Eine Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Ringsee-Kothau kann sich zwangsläufig nicht nur auf feuerwehrinterne Einzelheiten beschränken, sondern muss auf dem Hintergrund der Entstehung der Orte Ringsee und der Vergrößerung Kothaus gelesen werden.

 

Drei Faktoren spielen dabei eine wichtige Rolle:

1. Der Ausbau des bayerischen Eisenbahnnetzes, dem Ingolstadt seinen Zentralbahnhof (dem heutigen Hauptbahnhof) verdankt

2. Dem Bau der Hauptwerkstätte für Lokomotiven der Kgl. Bayr. Staatsbahn und späterem Eisenbahn-Ausbesserungswerk Ingolstadt

3. Die Zugehörigkeit zur Gemeinde Unsernherrn bis zur Gebietsreform 1961/62

                       

             

                                        Die Eröffnung der einzelnen Bahnlinien erfolgten am

  

14. November 1867

München – Ingolstadt

12. April 1870

Ingolstadt – Treuchtlingen

01. Juni 1874

Ingolstadt - Regensburg

15. August 1874

Ingolstadt - Donauwörth

15. Mai 1875

Ingolstadt - Augsburg

 

Mit den Planungen für den Zentralbahnhof wurde bereits im Jahre 1860 begonnen. Nach der Untersuchung von 8 verschiedenen Planungsvarianten, unter Berücksichtigung von militärischen und eisenbahntechnischen Gründen, wurde mit Gesetz vom 28. April 1872 der Bau beschlossen und mit dem ersten Spatenstich unverzüglich begonnen.

Ab 1873 wurde der künftige Bahnkörper des Zentralbahnhofes auf eine Länge von knapp ½ Stunde und etwa 300 Schritt breit (1020 m lang, 115 m breit) beginnend ab Unsernherrn, mehr als 2 m hoch, wegen Hochwassergefahr aufgeschüttet. 

Die Fertigstellung war am 15. Mai 1875. Beim Bau der Hochbauten wurde unter anderem auch ein Feuerwehrrequisitenhaus erstellt. 

Der Lokalbahnhof (heutiger Nordbahnhof) wurde bereits am 10. Januar 1870 dem Verkehr übergeben. Hier waren weniger Planungsschwierigkeiten zu überwinden, da dieser im direkten Feuerbereich der Festung Ingolstadt lag.

Der Bau der Hauptwerkstätte für Lokomotiven der Kgl. Bayr. Staatsbahn und späterem Eisenbahnausbesserungswerk Ingolstadt verursachte einen weiteren Zuwachs der Einwohner von Ringsee-Kothau. Das Werk wurde zwischen den Jahren 1911 bis 1914 erbaut.

Der plötzliche Kriegsausbruch machte die neu erbauten Hallen vorübergehend zum Reservelazarett. 

Ab Oktober 1917 wurde es seiner eigentlichen Bestimmung übergeben. Im AW-Ingolstadt waren max. 1.400 Personen beschäftigt. 1965 stellte das Werk die Lokausbesserung ein und wurde größtenteils an Privatfirmen verkauft. 

Die Zunahme der Bewohner des Gebietes „Zentralbahnhof Ingolstadt links“ (heutiger Ortsbereich Ringsee) erforderte eine Verkehrsanbindung über das Bahngelände zum Zentralbahnhof und dem Stadtteil St. Anton, so dass ein Fußgängersteg erbaut wurde, welcher im März 1897 eingeweiht wurde.

Am 4. April 1897 erfolgte die Namensänderung des Gebietes von „Zentralbahnhof Ingolstadt links“ in „Ringsee“. 

Dieser neue Name dürfte seine Ursprünge auf jene sumpfigen Wiesengründe zurückführen, welche die Regulierung der Altach, eines Seitenarmes der Donau (1376) und die Heranführung des Hauptarmes der Donau (1363) waren. Diese Sumpfwiesen dienten der Bürgerwehr als Exerzierplatz. 

Die Ortschaft Ringsee ist die jüngste Siedlung der Gemeinde Unsernherrn. Nach der Eingliederung von Unsernherrn im Jahre 1813 aus der Stadtzugehörigkeit, wurden die ehemaligen Audörfer Haunwöhr, Hundszell, Rothenturm, Niederfeld, Unsernherrn und später Ringsee-Kothau zusammengeschlossen.

Nach dem ersten Weltkrieg wurden bereits Gespräche über die Eingemeindung des Gebietes Ringsee-Kothau zur Stadt Ingolstadt geführt und dadurch manche Entscheidungen (z. B. Wasserversorgung, Schulhausbau) wesentlich verzögert.

Erst mit der Gebietsreform am 1. Januar 1962 erfolgte die Eingemeindung der gesamten Gemeinde Unsernherrn zur Stadt Ingolstadt. 

Dass in Ringsee, neben Eisenbahnern und Arbeiter, bereits auch Landwirte ansässig waren, beweist ein Bericht über einen Brand im Ingolstädter Tagblatt Nr. 9 vom Samstag, den 13. Januar 1894. 

Ingolstadt, 11.01.1894Heute Vormittag zwischen sechs und halb sieben Uhr brach in dem Anwesen des Ökonom Jean Hahn am „Zentralbahnhof links“ ein Feuer aus, dem die Scheune und der Stall zum Opfer fielen. Das Vieh konnte gerettet werden. Ursache des Feuers ist noch nicht ermittelt. Zur Löschung des Feuers waren Bedienstete der Bahnbetriebswerkstätte anwesend. Zur fraglichen Zeit herrschte Nebel, der auf 150 m ein Durchblicken nicht ermöglichen ließ, so dass man in der Ferne nichts gewahrte. 

Zur erfolgreichen Brandbekämpfung von Feuer und sonstiger Hilfeleistungen im Bereich der ehemaligen Gemeinde Unsernherrn waren in verschiedenen Orten bereits Freiwillige Feuerwehren vorhanden, welche in folgenden Jahren gegründet wurden: 

1873 FFW Haunwöhr
1876 FFW Unsernherrn
1892 FFW Rothenturm – Niederfeld
1892 FFW Hundszell

 

 

 

 

 

Durch die fortschreitende Besiedelung von Ringsee und Kothau durch Eisenbahnbedienstete oder Arbeiter des Hauptlaboratoriums (Fa. Schubert & Salzer), welche durch den Bau von Eigenheimen ortsansässig wurden, wuchs die Einwohnerzahl von Ringsee und Kothau ständig an.

   

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